

140 Kilometer Radwanderwege vorbei an den schönsten Ecken der Wesermarsch, öffentlichen und privaten Museen, Badeseen und vielem mehr, machen die Samtgemeinde zu einem Paradies für Radwanderer. Aber auch solche auf Schusters Rappen kommen voll auf ihre Kosten, bieten die vorgeschlagenen Routen doch zahlreiche Möglichkeiten zum Kombinieren, Ändern oder Abkürzen.
Ein übersichtlicher und handlicher Plan mit allen Routen kann kostenlos bei der Samtgemeinde bezogen werden.



Die Poltergeist-Route verdankt ihren Namen einer Geschichte, nach der im Jahre 1675 in Hoyerhagen noch immer Armut und Aberglauben herrschte, was dem Pastor sein Amt erschwerte, gleichzeitig spukte aber auch ein Poltergeist im Pfarrhaus, der nach Mitternacht Möbel verrückte und umwarf. So fürchtete der gottesfürchtige Mann, eines Morgens seinen liebsten schweren Lehnstuhl zerbrochen vorzufinden und beschmierte darauf den Stuhl mit allerlei stinkendem Zeug. In der Nacht verstummte der Geisterlärm, der Stuhl aber mußte am nächsten Tag in eine tiefe Wasserkuhle geworfen werden, wo er versank.
Der Ausgangspunkt für diese Tour ist der Parkplatz im Sellingsloh Hoyerhagen. Der Weg führt über die Hoyerhäger Ortsteile Memsen und Vorberg zum Ortsteil Tivoli, wo das private Uhrenmuseum Hemmer besichtigt werden kann und folgt dann eine Weile dem Meliorationshauptkanal, welcher zur Be- und Entwässerung der Geestflächen angelegt wurde und bis weit in den Syker Raum reicht.
Die Strecke führt Sie mitten durch Hoyerhagen, bis Sie in der nördlichen Feldmark den Mittelpunkt Niedersachsens erreichen. Dies ist der erste amtlich ermittelte geografische Mittelpunkt eines Bundeslandes. Gekennzeichnet durch einen Stein und Informationstafel lädt hier eine Rastplatz zum Verweilen ein.
Die weitere Route führt an dem Schafzuchtbetrieb der Familie Gloor und an zahlreichen historischen Fachwerkhäusern vorbei. Nach insgesamt etwa 14 Kilometern gelangt man dann durch einen weiteren Ausläufer des Sellingslohs wieder an den Ausgangspunkt. 



Die Glocken-Route erinnert an die Sage, daß vor langer Zeit im Wecholder Turme zwei Glocken hingen, von denen die Eine aber, als sie hinausging und auf einer blühenden Wiese ausruhte, in die Erde mußte, weil der Boden unter ihr versank. Die Kuhle füllte sich mit Wasser. Ein Jahr später hörten Kuhhirten die Glocke, die berichtete, daß drei Männer sie nur in der Johannisnacht retten könnten. So stiegen sie also hinab in den See und sahen die Glocke die vom Teufel selbst in Gestalt eines großen schwarzen Hundes bewacht wurde. Die Männer bekämpften den Teufel, doch die Glocke versank in grausiger Tiefe und konnte nie mehr gerettet werden.
Diese 25 Kilometer lange Tour startet am Tivoli in Hoyerhagen und verläuft zunächst entlang der Kreisstraße, dann durch Duddenhausen und Calle, bis nach kurzer Zeit Helzendorf erreicht wird, wo der Rastplatz am Dorfgemeinschaftshaus zu einer Pause einlädt. In östlicher Richtung geht die Tour weiter, bis Warpe erricht wird. Dort besteht die Möglichkeit, auf Anfrage die Galerie Hirndorf zu besichtigen, oder sich Warpe bei einer Gästeführung zeigen zu lassen.
Nach der Durchquerung der Warper Heide wartet Bücken und dort die doppeltürmige Stiftskirche. Anschließend führt der Weg entlang des Radfernwegs Hunte zurück nach Duddenhausen und von dort weiter in nördliche Richtung bis zum Meliorationshauptkanal, der dann wieder zum Tivoli führt. 



Die Goldtonnen-Route bezieht sich auf die Geschichte, nach der vor langer Zeit in der Wüstenei ein Schmied wohnte, der eines Tages mit seinem Knecht nach Bremen fuhr, um Eisen zu kaufen. Doch dort gab man ihm anstatt des Eisens eine Tonne Gold. Zu Hause vergrub er das Gold und lebte fortan in ständiger Furcht, es könne geraubt werden. Er arbeitete nicht mehr, und es ging mit ihm bergab, so daß ihm das Gold nicht zum Segen gereichte. Wer heute auf der Brücke steht, sieht es in der Wüstenei blinken und blitzen. An das Gold aber kommt niemand heran.
Die 17 Kilometer lange Tour startet im Flecken Bücken, wo sie zunächst durch das Bürgerholz in die Bücker Heide, an Holtrup vorbei bis nach Eiße führt, wo auf Anfrage der Milchhof Grimmelmann besichtigt werden kann. Dort bietet sich auch ein Abstecher in das Golddorf Schweringen an. Der Weg führt weiter in Richtung der Waldgebiete Schweringer Berg und Warper Heide, wo eine kleine Rast eingelegt werden kann. Sie können aber auch einen Abstecher nach Warpe machen, die Mühlen besichtigen und sich durch die verschiedenen Ortschaften führen lassen. Der Rest des Weges verläuft durch die Wüstenei zurück zum Flecken Bücken. 



 |  | |
Die Grafen-Route erzählt die Geschichte von den Zwergen im Schlosse zu Hoya. Eines Nachts bat ein Männlein mit seinen Gesellen auf dem Schloss der Grafen zu Hoya ein Fest zu feiern, niemand aber sollte davon wissen. Der Graf willigte ein, und so feierten die Zwerge ein rauschendes Fest. Am nächsten Morgen bedankten sie sich und überreichten ein Schwert, ein Salamanderlaken und einen goldenen Ring. Solange diese Dinge beieinandergehalten wurden sollte es um die Grafschaft gut stehen. Doch eines Tages gingen Schwert und Laken verloren. Von da an gab es viel Krieg und Blutvergießen in der Grafschaft. Der Ring wurde dem letzten Grafen mit ins Grab gegeben.
Der Weg führt aus Hoya, ebenso wie der Radfernweg Leine über die Weserbrücke in östliche Richtung, dann an Eystrup vorbei bis nach Gandesbergen, von dort durch die Wesermarsch direkt an die Weser. Hier kann mit der einzigen Fähre der Mittelweser der Fluß überquert werden. In Schweringen bietet sich eine Rast und eine Führung auf Anfrage durch die Heimatstube an. Identisch mit dem Radfernweg Weser führt die 24 Kilometer lange Route über Stendern und Altenbücken nach Bücken und von dort wieder nach Hoya. 



Die Esel-/Mönch-Route erinnert an die Geschichte der Gründung der Kirche zu Bücken, nach der im Jahre 882 der Erzbischof Rembert den Mönchen in Bassum befahl einen Platz für die Errichtung einer Kirche zwischen Weser und Eyter zu suchen. Die baten im Gebet Gott um ein Zeichen. Dort wo sich der Esel am nächsten Tag zuerst bückte, sollte das Gotteshaus entstehen. Dies geschah an der Stelle, wo heute die Stiftskirche zu Bücken steht.
Die Route startet im Sellingsloh, führt vorbei an Memsen und Riethausen in ein Waldstück, den Hägerbark, und von dort über die Kreisstraße nach Calle und Helzendorf, wo es vorbei am Dorfgemeinschaftshaus nach Nordholz geht. Über Windhorst und Hohnhorst gelangt man dann in die Warper Heide.
Durch ein Landschaftsschutzgebiet erreicht man Holtrup und dann in nördlicher Richtung Bücken. Entlang des Radfernweges Weser führt die Tour über Dedendorf und Duddenhausen in Richtung Hoyerhagen und zur Windmühle. Von dort geht es durch einen Ausläufer des Sellingslohs wieder zum Ausgangspunkt zurück. 



Die Teufels-Route trägt ihren Namen nach einer Sage aus dem Hoyaer Land, nach der vor langer Zeit zwischen dem Wührdener Holz und Wienbergen eine junge Dirne wegen ihres Halsschmuckes ermordet wurde. Nirgendwo sonst blüht es so schön wie an dieser Stelle, doch die jungen Mädchen dürfen die Blumen nicht pflücken, denn das bringt Not und Tod. Daher erzählen die Alten den Kindern, daß dort in Vollmondnächten der Satan hockt und auf seine Opfer wartet.
Die 25 Kilometer lange Route startet in Hoya und führt auf ihren ersten Kilometern identisch mit dem Verlauf des Radfernweges Weser durch die ebene Wesermarsch nach Wienbergen, wo sich ein Abstecher zur Staustufe nach Dörverden anbietet. In den Sommermonaten hat man auch dort die Möglichkeit, die Weser zu überqueren.
Über Magelsen wird bald der Alveser See erreicht, wo sich viele gute Gelegenheiten zu einer Rast ergeben. Weiter geht es über Eitzendorf nach Wechold wo das Heimathus Wecheln und die landwirtschaftliche zoologische Zuchtanlage der Familie Twietmeyer auf Anfrage zu besichtigen sind. Anschließend geht es zurück nach Hoya. 

|